DIY-Projekt

Umweltdisplay

Fertig

Eine Wetterstation, die ich mir so nirgends kaufen konnte: Sie misst das Raumklima, empfängt Funksensoren aus dem Garten, zeigt Vorhersage und Pollenflug an — und sagt mir nebenbei, ob sich heute Nacht das Aufbauen des Teleskops lohnt.

Das Umweltdisplay ist ein ESP32-S3 mit 7-Zoll-Touchdisplay. Alles, was es kann, steht auch als Weboberfläche im eigenen WLAN zur Verfügung — vom Handy, Tablet oder Rechner aus, ganz ohne Cloud-Konto und App.

Was ist das Umweltdisplay?

Das Gerät ist Wetterstation, Raumklima-Monitor und Astro-Planer in einem. Die Firmware läuft auf einem Elecrow CrowPanel Advance 7" (800×480 Pixel) und ist komplett in C++ mit PlatformIO geschrieben. Die Oberfläche auf dem Display basiert auf LVGL, die Weboberfläche wird direkt vom ESP32 ausgeliefert.

Die Kernfunktionen:

Web-Dashboard mit 3-Tage-Vorhersage, Pollenflug, Stundenvorhersage und Raumklima
Das Web-Dashboard: 3-Tage-Vorhersage mit Pollenflug, Stundenvorhersage und Raumklima (Screenshot mit Beispieldaten).

Hardware

Warum der Pro Mini?

Anfangs hing das LoRa-Modul direkt am ESP32. Das Ergebnis waren Mikroruckler im Bild: Der SPI-Bus und der Interrupt des Funkmoduls kamen sich mit dem RGB-Display und dem PSRAM in die Quere. Die Lösung ist eine kleine Bridge: Ein Arduino Pro Mini übernimmt den kompletten Funkempfang und schickt nur noch fertige Textzeilen mit Messwerten, Signalstärke und Signal-Rausch-Verhältnis per UART an den ESP32. Damit ist der Funkempfang vom Display-Bus entkoppelt.

Astro-Wetter und Nachthimmel

Dieser Teil ist aus meinem Hobby entstanden. Die Vorhersagedaten stecken ohnehin schon im Gerät, daher liegt es nahe, daraus auch eine Beobachtungsprognose zu berechnen.

Astro-Seite mit Seeing-Score, Einflussfaktoren, Mond und Dämmerung
Die Astro-Seite im Nachtmodus: Seeing-Score, Einflussfaktoren, Mondphase und Filter-Fenster (Screenshot mit Beispieldaten).
Himmelskarte mit Zenit in der Mitte und den heute sichtbaren Objekten
Die Himmelskarte: Zenit in der Mitte, Horizont am Rand (Screenshot mit Beispieldaten).

Außensensoren und Raumklima

Gekoppelte Funksensoren erscheinen automatisch in der Weboberfläche. Pro Sensor lässt sich festlegen, welche Diagramme angezeigt werden, welcher Sensor auf dem Hauptdisplay erscheint und ob bei einem Ausfall eine E-Mail verschickt wird. Die Sensorwerte lassen sich über Stützpunkt-Tabellen kalibrieren. Wenn ein Sensor nach einem Neustart noch kein frisches Paket gesendet hat, zeigt das Gerät den zuletzt bekannten Wert in Orange.

Raumklima mit Temperatur, Feuchte, Druck, Luftqualität, CO2 und Außensensor-Verlauf
Raumklima, CO₂ und der Außensensor mit Tagesverlauf (Screenshot mit Beispieldaten).

Software-Architektur

Die Firmware besteht aus einer großen main.cpp und mehreren Header-Modulen:

Das Abrufen der Wetterdaten läuft in einem eigenen Task auf dem zweiten Kern, damit die Anzeige nie auf das Netzwerk warten muss. Die Firmware lässt sich per OTA-Update direkt über den Browser aktualisieren.

Offen für Smart Home und KI

Neben der Weboberfläche gibt es JSON-Schnittstellen für Messwerte, Vorhersage und Astro-Daten. Eine kompakte Zusammenfassung unter /api/llm-context ist für Home Assistant gedacht, zum Beispiel in Kombination mit einem lokalen Sprachmodell: „Wie wird das Wetter?“ oder „Ab wann ist heute gutes Astro-Wetter?“.

Aktueller Stand

Das Gerät läuft im Alltag und wird laufend weiterentwickelt. Stand Oktober 2026:

Was noch kommt, sind weitere Feinarbeiten an Oberfläche und Katalog sowie Langzeittests über mehrere Wochen.

Quellcode

Das gesamte Projekt ist Open Source auf GitHub verfügbar:

github.com/chmasi/ESP32V3_UmweltDisplay

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